{"id":1312,"date":"2018-01-29T11:56:12","date_gmt":"2018-01-29T09:56:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ume-mg.de\/?p=1312"},"modified":"2018-01-29T11:56:12","modified_gmt":"2018-01-29T09:56:12","slug":"interview-mit-ralph-thannisch-ausbildungsleiter-bei-truetzschler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ume-mg.de\/?p=1312","title":{"rendered":"Interview mit Ralph Thannisch, Ausbildungsleiter bei Tr\u00fctzschler"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eDer Mensch ist wichtig\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Zusammen mit Gabriele Dahmen, Harald Schoepp, Karl-Heinz Schimmelpfennig und Stefan Sachermann feierte Ausbildungsleiter Ralph Thannisch bei Tr\u00fctzschler sein 40-j\u00e4hriges Dienstjubil\u00e4um. Was hat sich in 40 Jahren ver\u00e4ndert? Wir sprachen mit Thannisch \u00fcber die betriebliche Ausbildung beim Textilmaschinenbauer und in der Industrie.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herr Thannisch, erinnern Sie sich noch an Ihr Vorstellungsgespr\u00e4ch?<\/strong><\/p>\n<p>Ich bin damals mit dem Rad bei Tr\u00fctzschler vorbeigefahren und hatte an der Pf\u00f6rtnerloge ein erstes Gespr\u00e4ch mit dem damaligen Ausbildungsleiter. Ich habe dann meine Bewerbungsunterlagen abgegeben, den Einstellungstest gemacht und erhielt den Ausbildungsplatz als technischer Zeichner.<\/p>\n<p><strong>Was hat sich in der Ausbildung ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich eine ganze Menge! Wir haben beispielsweise fr\u00fcher am Zeichenbrett gelernt. Das ist nur noch ein kleiner Bestandteil der Tr\u00fctzschler-Grundausbildung. Heute wird ausschlie\u00dflich am Computer gearbeitet. Vom Zeichenbrett erfolgte mit den Jahren die Umstellung auf 2D, sp\u00e4ter dann auf 3D-Konstruktionssysteme. Die heutigen technischen M\u00f6glichkeiten sind durch Soft- und Hardware nat\u00fcrlich ganz andere. Das kann man nicht mehr miteinander vergleichen.<\/p>\n<p><strong>M\u00fcssen die Auszubildenden heute mehr k\u00f6nnen als fr\u00fcher?<\/strong><\/p>\n<p>Das Anforderungsprofil ist zweifelsohne viel komplexer geworden. Heute ist ein fach\u00fcbergreifendes Wissen gefragt. Die Arbeit mit MS-Office wird vorausgesetzt. Bei den technischen Produktdesignern m\u00fcssen unter anderem Pr\u00e4sentationstechniken erlernt werden. Der Umgang mit digitalen Kommunikationsmitteln bis hin zur Videokonferenz wird immer mehr zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit.<\/p>\n<p><strong>Man h\u00f6rt sehr oft, dass die Qualit\u00e4t der Bewerber sinkt. K\u00f6nnen Sie das best\u00e4tigen?<\/strong><\/p>\n<p>Ich will es mal so sagen: Die Priorit\u00e4ten haben sich verschoben. Der Nachwuchs ist oft nicht so gut vorbereitet. In der Arbeit mit Tablet und Smartphone beweist der Nachwuchs dagegen eine hohe Affinit\u00e4t. Da k\u00f6nnen wir \u00c4ltere kaum mithalten. Auch mit dem Taschenrechner ist elementare Mathematik im Regelfall kein gro\u00dfes Thema. Aber schwierig wird es, wenn Kopfrechnen gefragt ist. Das klappt teilweise \u00fcberhaupt nicht mehr. Einfachste Rechenaufgaben k\u00f6nnen teilweise nicht gel\u00f6st werden. Das gilt auch f\u00fcr die Rechtschreibung. Trotz der Rechtschreibhilfe am Computer sind die Anzahl der Fehler in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen.<\/p>\n<p><strong>Welche Rollen spielen Noten?<\/strong><\/p>\n<p>Noten sind wichtig, entscheiden aber nicht allein dar\u00fcber, ob eine Ausbildung begonnen werden kann. In Verbindung mit dem Einstellungstest ist f\u00fcr uns insbesondere das pers\u00f6nliche Gespr\u00e4ch entscheidend. Der Mensch ist wichtig. Im Vorstellungsgespr\u00e4ch wird sehr schnell klar, warum vielleicht die eine oder andere Note nicht so gut ausf\u00e4llt und wie motiviert beziehungsweise interessiert der Bewerber ist. Im Dialog erhalten wir einen ganz guten Eindruck, was der Bewerber mitbringt: Musste er sich zuhause alleine durchboxen oder kann er mit Unterst\u00fctzung der Eltern rechnen? Jeder bringt andere Voraussetzungen mit und das muss auch unterschiedlich bewertet werden.<\/p>\n<p><strong>Wie war das Ausbilder-Auszubildenden-Verh\u00e4ltnis fr\u00fcher und wie ist es heute?<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong>Da gibt es schon gro\u00dfe Unterschiede. Fr\u00fcher war das hierarchische Verh\u00e4ltnis viel ausgepr\u00e4gter, vielleicht auch der Respekt vor den Vorgesetzten gr\u00f6\u00dfer. Heute wissen die Auszubildenden ziemlich genau, welche Rechte sie haben. Bei den Pflichten m\u00fcssen wir dann teilweise immer etwas nachhelfen. Leider ist auch die Wertigkeit eine andere, zum Beispiel bei P\u00fcnktlichkeit und Zuverl\u00e4ssigkeit. Diese Erfahrung teilen auch meine Kollegen aus den anderen Betrieben.<\/p>\n<p><strong>Werden die Auszubildenden heute mehr gef\u00f6rdert als fr\u00fcher?<\/strong><\/p>\n<p>Ja. Die Auszubildenden werden heute viel st\u00e4rker individuell gef\u00f6rdert, Defizite gezielter abgearbeitet. Es gibt auch mehr Angebote. Bei den Mechatronikern und den Industriemechanikern hat unser Nachwuchs bei entsprechenden Leistungen und Eignung beispielsweise die M\u00f6glichkeit, bereits w\u00e4hrend der Ausbildung bei einem Auslandsaufenthalt Erfahrung zu sammeln. Leider wird das Angebot nicht so stark wahrgenommen. Die Welt mag globaler geworden sein, aber die Reisefreudigkeit hat definitiv abgenommen. Heute bleibt der Nachwuchs lieber Zuhause.<\/p>\n<p><strong>Der demografische Wandel ist ein Dauerthema. Ist bei Ihnen der Eingang an Bewerbungen zur\u00fcckgegangen?<\/strong><\/p>\n<p>Leider ja. Das ist deutlich feststellbar. Wir haben aktuell f\u00fcr dieses Jahr sogar noch zwei Ausbildungspl\u00e4tze als Zerspanungsmechaniker frei. Erkennbar ist auch der Trend zur kaufm\u00e4nnischen Ausbildung und zur schulischen Weiterbildung in allen m\u00f6glichen Bereichen. Fakt ist, dass wir heute deutlich mehr tun m\u00fcssen, um Jugendliche f\u00fcr eine gewerbliche oder technische Ausbildung zu begeistern.\u00a0 Zus\u00e4tzlich bekommen wir nach und nach auch Probleme, dass junge Leute es nicht mehr so mit der Vertragstreue halten. Aktuell haben zwei vorgesehene Auszubildende ihre Vertr\u00e4ge gek\u00fcndigt. Wir m\u00fcssen mit verschiedenen Veranstaltungsformaten aufzeigen, wie interessant und zukunftsf\u00e4hig unsere Branche ist. Deswegen beteiligen wir uns auch an diversen Ausbildungsmessen wie \u201eBeruf Konkret\u201c, an den Businesstagen der MGconnect-Stiftung, an den Recruiting-Messen \u201eMG zieht an\u201c und gehen zur Berufsorientierung in die Schulen.<\/p>\n<p><strong>Auf einen Blick<\/strong><\/p>\n<p>Ralph Thannisch begann am 1. September 1977 seine Ausbildung als technischer Zeichner bei Tr\u00fctzschler. Die Weiterbildung in Teilzeitform zum Maschinenbautechniker schloss Thannisch am Berufskolleg 1986 ab. Seit 1987 ist er in der technischen Ausbildung t\u00e4tig, deren Leitung er 1995 \u00fcbernahm. Seit 2011 leitet er die technische und gewerbliche Ausbildung. Thannisch ist seit 1992 im IHK-Pr\u00fcfungsausschuss f\u00fcr technische Produktdesigner t\u00e4tig und steht diesen als Vorsitzender seit 2011 vor. Das Tr\u00fctzschler-Ausbildungszentrum mit f\u00fcnf hauptamtlichen Ausbildern betreut zurzeit 50 Auszubildende.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00dcber Tr\u00fctzschler:<\/strong><\/p>\n<p>Tr\u00fctzschler z\u00e4hlt mit ca. 3000 Mitarbeitern zu den f\u00fchrenden Textilmaschinenherstellern weltweit. Tr\u00fctzschler ist spezialisiert auf Maschinen, Anlagen und Zubeh\u00f6r f\u00fcr die Spinnereivorbereitung, die Nonwovens- und die Chemiefaserindustrie. Die Firmenzentrale des \u00fcber 125 Jahre alten Unternehmens ist in M\u00f6nchengladbach, Deutschland.<\/p>\n<p>Weiter sind in Deutschland die Tochterfirmen Tr\u00fctzschler Nonwovens und Man-Made Fiber GmbH mit zwei Produktionsstandorten und die Tr\u00fctzschler Card Clothing GmbH beheimatet. Standorte in Indien, China, Brasilien, USA und der Schweiz sowie eine Reihe von Servicest\u00fctzpunkten sorgen f\u00fcr Kundenn\u00e4he in den wichtigen Textilverarbeitungsregionen.<\/p>\n<p>Mehr Informationen \u00fcber die Truetzschler Gruppe:<\/p>\n<p>www.truetzschler.com<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eDer Mensch ist wichtig\u201c Zusammen mit Gabriele Dahmen, Harald Schoepp, Karl-Heinz Schimmelpfennig und Stefan Sachermann feierte Ausbildungsleiter Ralph Thannisch bei Tr\u00fctzschler sein 40-j\u00e4hriges Dienstjubil\u00e4um. Was hat sich in 40 Jahren ver\u00e4ndert? 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