{"id":1250,"date":"2017-07-14T11:32:29","date_gmt":"2017-07-14T09:32:29","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ume-mg.de\/?p=1250"},"modified":"2017-07-14T11:41:40","modified_gmt":"2017-07-14T09:41:40","slug":"veranstaltung-der-friedrich-naumann-stiftung-in-kooperation-mit-der-unternehmerschaft-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ume-mg.de\/?p=1250","title":{"rendered":"R\u00fcckblick der Veranstaltung der Friedrich-Naumann-Stiftung in Kooperation mit der Unternehmerschaft"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u201eWer viel zahlt, bekommt auch viel!\u201c<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Wie zukunftsfest sind die sozialen Sicherungssysteme und wie sieht der Arbeitsmarkt der Zukunft aus? In Kooperation mit der Unternehmerschaft der Metall- und Elektroindustrie zu M\u00f6nchengladbach e.V. (UME) und der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) lud die Friedrich-Naumann-Stiftung f\u00fcr Freiheit zu einer Vortragsveranstaltung mit anschlie\u00dfender Diskussionsrunde ins Haus Erholung ein. Wie mit der demografischen Herausforderung umzugehen ist, stellte Deutschlands \u201eRenten-Papst\u201c Prof. Dr. Bernd Raffelh\u00fcschen, Professor f\u00fcr Finanzwissenschaft und Direktor des Forschungszentrums Generationsvertr\u00e4ge an der Albert-Ludwigs-Universit\u00e4t Freiburg, in einem launischen Impulsvortrag bewusst provokativ vor. \u00a0<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In seiner Begr\u00fc\u00dfungsrede machte zun\u00e4chst Albrecht Driescher, Vorsitzender der Unternehmerschaft der Metall- und Elektroindustrie deutlich, wie sich der Arbeitsmarkt der Zukunft ver\u00e4ndern wird. Im Jahr 2030 wird die Zahl der Erwerbst\u00e4tigen um sechs Millionen sinken. Schon jetzt sind rund 237.000 Stellen in der Metall- und Elektroindustrie unbesetzt. Raffelh\u00fcschen ist bekannt f\u00fcr seine wenig zimperliche Art und schob den \u201eGrau-Melierten\u201c in seinem Vortrag gleich den \u201eSchwarzen Peter\u201c zu: \u201eSie sind schuld! Sie haben zu wenig Kinder in die Welt gesetzt. Und selbst wenn sie jetzt nach Hause gehen und Kinder zeugen w\u00fcrden, w\u00fcrden sie das nicht ver\u00e4ndern k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Denn Fakt ist: Die Gesellschaft altert rapide. W\u00e4hrend auf der einen Seite immer weniger Erwerbst\u00e4tige in die Rente einzahlen, vergr\u00f6\u00dfert sich die Anzahl der Rentner unaufhaltsam. Wer in den 60er Jahren in Rente gegangen sei, habe gut 45 Jahre eingezahlt und 10 Jahre davon gelebt, so der Professor aus Freiburg. Heute leben Rentner durchschnittlich 20 Jahre von ihren Bez\u00fcgen und h\u00e4tten vielleicht maximal 40 Jahre eingezahlt. Um das Rentensystem sorgt sich Raffelh\u00fcschen allerdings nicht. \u201eDas ist leistungsgerecht. Wer viel zahlt, bekommt auch viel.\u201c Keine Option sei die Anhebung der Rentenbeitr\u00e4ge, da die nachfolgende Generation ohnehin schon st\u00e4rkeren Belastungen ausgesetzt ist, so der Gastredner. Wohl aber die Anhebung des Renteneintrittsalters! \u201eAndere L\u00e4nder sind da weiter. In Norwegen liegt das Eintrittsalter bei 70 Jahren. V\u00f6llig fatal war \u00fcbrigens die Entscheidung von Andrea Nahles, die Rente auf 63 Jahren zu senken\u201c, kritisiert der Wissenschaftler.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Dass die zunehmende Migration den Demografiewandel abfedern k\u00f6nne, glauben weder Raffelh\u00fcschen noch Prof. Dr. Tilman Mayer, Vorsitzender der Gesellschaft f\u00fcr Deutschlandforschung und von 2010 bis 2016 Pr\u00e4sident der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Demographie, die zusammen mit Otto Fricke, Mitglied des Bundesvorstandes der FDP und Experte f\u00fcr Haushaltspolitik, bei der anschlie\u00dfenden Podiumsdiskussion ins Detail gingen. F\u00fcr Raffelh\u00fcschen und Mayer vergr\u00f6\u00dfert sich sogar das Problem, weil viele \u201eGering- oder Gar nicht-Qualifizierte\u201c nach Deutschland kommen und Transferleistungen beziehen, obwohl sie so gut wie gar nicht oder nie in das System eingezahlt h\u00e4tten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die gr\u00f6\u00dften Baustellen sieht Raffelh\u00fcschen bei der Gesundheit und Pflege. Er vertritt einen klaren Standpunkt: \u201eDie Gemeinschaft kann hier nicht mehr alle Leistungen finanzieren. Wer kann, muss selbst dazu beitragen.\u201c Desweiteren pl\u00e4diert der \u201eRenten-Papst\u201c f\u00fcr eine Entkoppelung der Gesundheitskosten vom Lohn. Bei der Pflege bringt der Wissenschaftler eine Karenzzeit ins Spiel. Das erste Jahr lang sollen Pflegebed\u00fcrftige f\u00fcr die Kosten aufkommen. Nur bei H\u00e4rtef\u00e4llen w\u00fcrde die Gemeinschaft einspringen. \u201eDas hat vor der Einf\u00fchrung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 ja auch geklappt. Anders geht es nicht.\u201c Raffelh\u00fcschen pr\u00e4sentierte auch weitere L\u00f6sungen, um die Sozialsysteme anzupassen: die Einf\u00fchrung von lohnunabh\u00e4ngigen und sozial abgefederten Gesundheitspr\u00e4mien sowie einen Selbstbehalt f\u00fcr ambulante Leistungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Moderiert wurde die Veranstaltung von n-tv-Moderatorin Bianca Thomas. Im Rahmen der Veranstaltung gab es au\u00dferdem die M\u00f6glichkeit, einen ironischen Blick auf die Karikaturenausstellung \u201eSieben Jahrzehnte Soziale Marktwirtschaft\u201c zu werfen, in der 31 Karikaturisten 70 gezeichnete Schlaglichter zur Sozialen Marktwirtschaft zur Schau stellen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.ume-mg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-1-14_07_17.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1251\" src=\"https:\/\/www.ume-mg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-1-14_07_17-300x200.jpg\" alt=\"Bild 1 14_07_17\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.ume-mg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-1-14_07_17-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.ume-mg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-1-14_07_17-450x300.jpg 450w, https:\/\/www.ume-mg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-1-14_07_17.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"https:\/\/www.ume-mg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-2-14_07_17.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1252\" src=\"https:\/\/www.ume-mg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-2-14_07_17-300x200.jpg\" alt=\"Bild 2 14_07_17\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.ume-mg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-2-14_07_17-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.ume-mg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-2-14_07_17-450x300.jpg 450w, https:\/\/www.ume-mg.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/Bild-2-14_07_17.jpg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eWer viel zahlt, bekommt auch viel!\u201c Wie zukunftsfest sind die sozialen Sicherungssysteme und wie sieht der Arbeitsmarkt der Zukunft aus? In Kooperation mit der Unternehmerschaft der Metall- und Elektroindustrie zu M\u00f6nchengladbach e.V. (UME) und der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) &hellip; <a href=\"https:\/\/www.ume-mg.de\/?p=1250\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1250","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-presseinformationen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.ume-mg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1250","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.ume-mg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.ume-mg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ume-mg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ume-mg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1250"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.ume-mg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1250\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1255,"href":"https:\/\/www.ume-mg.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1250\/revisions\/1255"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.ume-mg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1250"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ume-mg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1250"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.ume-mg.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1250"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}