{"id":1019,"date":"2016-06-08T10:45:35","date_gmt":"2016-06-08T08:45:35","guid":{"rendered":"https:\/\/www.ume-mg.de\/?p=1019"},"modified":"2016-06-08T10:45:35","modified_gmt":"2016-06-08T08:45:35","slug":"interview-mit-schorch-ausbildungsleiter-rainer-koch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ume-mg.de\/?p=1019","title":{"rendered":"Interview mit Schorch-Ausbildungsleiter Rainer Koch"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>INTERVIEW MIT SCHORCH-AUSBILDUNGSLEITER RAINER KOCH<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u201eDa schlummern Potenziale\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vom 20. bis 24. Juni bietet die erste \u201eSch\u00fclerwoche der Metall- und Elektroindustrie\u201c eine F\u00fclle an Infos f\u00fcr den technikinteressierten Nachwuchs an. Am Freitag, 24. Juni, lernen Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler der Klassen 9 und 10 in der Lehrwerkstatt von ATB Schorch und GE Grid Ausbildungsberufe wie den Industrie- und Zerspanungsmechaniker, Fachkraft f\u00fcr Metalltechnik oder den Elektroniker f\u00fcr Maschinen und Antriebstechnik kennen. Im Interview verr\u00e4t Ausbildungsleiter Rainer Koch, was sich in den letzten Jahren ver\u00e4ndert hat und wie das Anforderungsprofil f\u00fcr Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler heute aussieht.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Herr Koch, Sie haben 1982 ihre Ausbildung bei Schorch gemacht. Wenn Sie Ihre Ausbildung mit der heutigen Zeit vergleichen \u2013 hat sich viel ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p>Das kann man gar nicht vergleichen. Ich habe die Ausbildung zum Elektromaschinenbauer gemacht. Heute hei\u00dft der Ausbildungsberuf \u201eElektroniker f\u00fcr Maschinen und Antriebstechnik\u201c. Wie der Name schon sagt, spielt heute die Elektronik eine ganz entscheidende Rolle. Das Anforderungsprofil ist heute ein ganz anderes. Die Azubis m\u00fcssen sich deutlich mehr Wissen aneignen. Die Aufgabenstellungen sind wesentlich komplexer geworden. Wer sich f\u00fcr Technik begeistert, wird dadurch aber auch einen spannenden und abwechslungsreichen Job in der Metall- und Elektroindustrie finden.<\/p>\n<p><strong>Sich das n\u00f6tige Wissen anzueignen, ist im Internetzeitalter sicherlich einfacher, oder? <\/strong><\/p>\n<p>Das stimmt! Wenn ein Begriff oder ein Verfahren unklar ist, gebe ich den Begriff bei einer Suchmaschine ein und werde mit einem Klick f\u00fcndig. Wir mussten fr\u00fcher noch m\u00fchsam in B\u00fcchern nachschlagen. Das ganze Wissen ist praktisch mit einem Mausklick verf\u00fcgbar. Komischerweise nutzen die meisten Auszubildenden diese M\u00f6glichkeit aber selten.<\/p>\n<p><strong>Das ist \u00fcberraschend. Warum ist das so?<\/strong><\/p>\n<p>Bequemlichkeit? Fehlende Motivation? Ich wei\u00df es nicht. Ich kann nur sagen, dass die Bereitschaft, au\u00dferhalb der Arbeitszeit zu lernen und sich das Wissen f\u00fcr einen Job anzueignen, eher abgenommen hat. Die heutigen Auszubildenden trennen diese Dinge ganz genau. Job ist Job und Freizeit ist Freizeit. Ich will mal ein Beispiel nennen: Um sich auf die Pr\u00fcfungen gut vorbereiten zu k\u00f6nnen, haben wir den Azubis f\u00fcr einen anstehenden Br\u00fcckentag Pr\u00fcfungsaufgaben mit nach Hause gegeben. Nicht einer hat das Angebot genutzt. Begr\u00fcndung: Der Br\u00fcckentag ist ein Urlaubstag!<\/p>\n<p><strong>Stimmt es eigentlich, dass die schulischen Leistungen nicht mehr dem Niveau fr\u00fcherer Tage entsprechen?<\/strong><\/p>\n<p>Im Durchschnitt muss man heute schon deutliche Abstriche machen. Das ist leider so. Dar\u00fcber hinaus fehlen elementare Grundkenntnisse, die im Job \u00fcberaus wichtig sind. Wenn bei uns beispielsweise Gymnasiasten ihre Ausbildung machen, sind sie in der Kurvendiskussion gut geschult, k\u00f6nnen aber keine einfachen Fl\u00e4chen berechnen oder eine Dreisatzaufgabe l\u00f6sen. Da m\u00fcssen dann die Unternehmen in eigenen Unterrichtseinheiten Nachhilfe leisten.<\/p>\n<p><strong>W\u00fcrden Sie sich w\u00fcnschen, dass in den Schulen mehr Wert auf praktischen Technikunterricht gelegt wird?<\/strong><\/p>\n<p>Der wird als Wahlpflichtfach zum Teil angeboten. Der Werkstoff ist zwar Holz und nicht Metall, aber das ist in Ordnung. Auch mit Holz bekommt man schon ein handwerkliches Gef\u00fchl f\u00fcr die Bearbeitung eines Werkstoffes. Aber grunds\u00e4tzlich sollte man den Praxisanteil an Schulen f\u00fcr Technikinteressierte deutlich erh\u00f6hen.<\/p>\n<p><strong>M\u00fcssen wir uns um die Zukunft der Metall- und Elektroindustrie Sorgen machen? <\/strong><\/p>\n<p>Nein, bestimmt nicht. Wir waren zu unserer Ausbildungszeit sicherlich auch keine Mustersch\u00fcler. Wenn Unternehmen wissen, wie sie auf den Nachwuchs zugehen m\u00fcssen, Angebote schaffen, und Begeisterung wecken, sind Jugendliche durchaus bereit, zu lernen und aktiv mitzuarbeiten. Dar\u00fcber hinaus muss die Metall- und Elektroindustrie sicherlich auch verst\u00e4rkt auf M\u00e4dchen zugehen. Wir haben derzeit beispielsweise 30 ausschlie\u00dflich m\u00e4nnliche Auszubildende. Das ist schade! Da schlummern Potenziale, die die Branche nutzen k\u00f6nnte, wenn wir uns verst\u00e4rkt auch um den weiblichen Nachwuchs k\u00fcmmern. Wir d\u00fcrfen allerdings nicht den Fehler machen, die heutige Generation mit fr\u00fcheren Generationen zu vergleichen. Das w\u00e4re nicht fair. Man muss sich auf neue Sicht- und Arbeitsweisen einstellen. Unternehmen, die das schaffen, werden auch morgen noch qualifizierte Fachkr\u00e4fte finden.<\/p>\n<p><strong>Ausbildung bei Schorch \/ GE Grid<\/strong><\/p>\n<p>In der Lehrwerkstatt von Schorch und GE Grid starten pro Jahr 10 Auszubildende in ihren Beruf. Ausgebildet werden Elektroniker f\u00fcr Maschinen und Antriebstechnik, Fachkr\u00e4fte f\u00fcr Metalltechnik sowie Industrie- und Zerspanungsmechaniker.<\/p>\n<p><strong>Anh\u00e4ngendes Bild:<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ume-mg.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/koch_schorch-08_06_16-11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-1018\" src=\"https:\/\/www.ume-mg.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/koch_schorch-08_06_16-11-300x245.jpg\" alt=\"koch_schorch 08_06_16 1\" width=\"300\" height=\"245\" srcset=\"https:\/\/www.ume-mg.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/koch_schorch-08_06_16-11-300x245.jpg 300w, https:\/\/www.ume-mg.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/koch_schorch-08_06_16-11-367x300.jpg 367w, https:\/\/www.ume-mg.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/koch_schorch-08_06_16-11.jpg 587w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Rainer Koch, Ausbildungsleiter bei Schorch, und Ausbilder Michael Koch (li.) stehen beim Tag der Ausbildung als Ansprechpartner f\u00fcr Fragen zur Verf\u00fcgung. Sie zeigen auf, was auf potenzielle Bewerber in der Metall- und Elektroindustrie zukommt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; INTERVIEW MIT SCHORCH-AUSBILDUNGSLEITER RAINER KOCH \u00a0 \u201eDa schlummern Potenziale\u201c Vom 20. bis 24. Juni bietet die erste \u201eSch\u00fclerwoche der Metall- und Elektroindustrie\u201c eine F\u00fclle an Infos f\u00fcr den technikinteressierten Nachwuchs an. Am Freitag, 24. 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